Energie wird smart

Schwarz, klobig und ein bisschen urzeitlich: So sehen Stromzähler aktuell aus. Allerdings ist deren Zeit bald abgelaufen, erläutert Ralf Rösch, Technischer Werkleiter der Stadtwerke Haslach: „Bisher hat es gereicht, wenn der eigene Stromzähler den Energieverbrauch gemessen hat. In Zukunft muss er mehr leisten.“

Denn dem Kasten war es einerlei, wann und welcher Strom genutzt wurde: Sein Rad hat sich gedreht, wenn Strom verbraucht wurde, und mit ihm die analogen Ziffern. Einmal im Jahr musste er abgelesen werden, um die Verbrauchsrechnung aufzustellen. „Das ist natürlich müßig und für alle mit Aufwand verbunden“, bringt es Rösch auf den Punkt. Heute, wo sich alles vernetzen lässt, ist auch das Auslesen von Stromdaten durch den Energieversorger kein Hexenwerk. Dazu braucht es nur intelligente und vernetzte Messgeräte.

Doch Technik und Gesetzgebung sind längst einen Schritt weiter. So hat der Bundestag im vergangenen Sommer das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende beschlossen. Es ist die Grundlage für das Stromversorgungssystem der Zukunft, heißt es bei den Verantwortlichen im Bund. Und das trifft auch kleine Energieversorger wie die Stadtwerke. Ralf Rösch: „Strom kommt heute aus verschiedenen Quellen – Wind, Wasser, Sonne sowie aus verschiedenen Kraftwerken – sowie von unterschiedlichen Anbietern. Das alles soll sowohl intelligent eingespeist als auch intelligent verteilt und abgerechnet werden.“ Ein Baustein sind moderne Stromzähler, mit denen die Erzeugung und der Verbrauch von Energie besser in Einklang zu bringen und Sparpotenziale zu erschließen seien.

Was noch ein bisschen wie Zukunftsmusik klingt, bedeutet heute schon zusätzliche Arbeit für das Team um Ralf Rösch und Hans-Peter Falk, Kaufmännischer Werkleiter der Stadtwerke. „Es geht ja nicht nur darum, die Zähler eins zu eins umzutauschen, sondern auch darum, die Technik dahinter zu verstehen und einzusetzen.“ Ein einfacher Werkzeugkoffer ist dafür unzureichend. „Da muss programmiert und installiert werden. Die Anforderungen an unsere Mitarbeiter steigen gewaltig“, sagt Rösch angesichts des großen Innovationsschritts. Noch in diesem Jahr – wahrscheinlich zum Winter hin – werden die ersten Stromzähler in Haslach ausgetauscht werden. Abhängig ist der Zeitpunkt allerdings weniger von den Stadtwerken, sondern von den Herstellern der Messgeräte. „Da gibt es noch Engpässe.“

Verbunden mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende sind auch höhere Anforderungen beim Betrieb der digitalen Stromzähler, oft mit „Smart Meter“ bezeichnet. „Das ist rechtlich eine eigene Aufgabe“, sagt Rösch. Damit gliedert sich die Arbeit der Stadtwerke als Energieversorger zukünftig in drei Bereiche: Netz, Vertrieb und das Messen, das in einem eigenen Gesetz – dem Messstellenbetriebsgesetz vom August 2016 – geregelt ist. „2017 ist ein Jahr des Umbruchs. Wir müssen uns nicht nur intern neu aufstellen und organisieren, sondern auch viele zusätzliche Kriterien erfüllen – etwa bei der Umsetzung von Datenschutz, Sicherheits- und Qualitätssystemen“, fasst der Technische Werkleiter zusammen. Doch erstens sei das notwendig und wichtig, und zweitens befinde man sich auf einem guten Weg.