Freibadsaison endet

Die Freibadsaison 2017 neigt sich dem Ende zu. Letztmalig öffnet das Haslacher Bad am Sonntag, 17. September. Alle Schließfächer sollten möglichst bis Montag, 11. September, geleert worden sein. "Den Schlüssel geben Sie bitte an der Freibadkasse ab", sagt Ralf Rösch, Technischer Werkleiter der Stadtwerke Haslach.

Wenn der letzte Gast gegangen ist, sorgen Thomas Maier, sein Kollege Roland Meyer und das Team dafür, dass das Freibad fit für den Winter gemacht wird.

Wassermeister in spe

Zwei von drei Stufen hat Benjamin Armbruster bereits erklommen. Im Januar 2018 will er auch die letzte Prüfung meistern. Hat er das geschafft, darf sich der 27-Jährige Wassermeister nennen. Nicht nur das: Benjamin Armbruster soll diese Aufgabe bei den Stadtwerken übernehmen, wenn Josef Schweiß im kommenden Jahr in Rente geht.

Ralf Rösch, technischer Werkleiter bei den Stadtwerken: „Es ist nicht so einfach, geeignetes Fachpersonal zu finden. Daher sind wir froh, dass sich Benjamin Armbruster im vergangenen Jahr beworben und die Ausbildung zum Meister aufgenommen hat.“ Es wird viel Verantwortung auf ihn zukommen.

Das weiß der gebürtige Gengenbacher, der mit seiner Freundin in Zell am Harmersbach lebt. „Noch“, sagt er. Der Umzug in die Hansjakobstadt ist in Planung und in Sichtweite: „Aber nach der Meisterschule.“ Begonnen hat sie der gelernte Anlagenmechaniker für Versorgungstechnik im Herbst 2016. „Es war schon während der Ausbildung mein Wunsch, Meister zu werden“, berichtet Benjamin Armbruster, den seine Kollegen nur Beni nennen.

Die Mutter seiner Freundin machte ihn auf die Anzeige aufmerksam, dass die Stadtwerke einen Wassermeister suche und für die Ausbildung sorge. Am letzten Tag der Bewerbungsfrist, vorher war das Paar im Sommerurlaub, ruft er bei den Stadtwerken an, um sich zu informieren, ob sich eine Bewerbung überhaupt noch lohne. Ralf Rösch: „Ich habe nur gesagt: Sofort bewerben! Und das hat er dann am gleichen Tag noch gemacht.“

Ausbildung wird verstärkt

Benjamin Armbruster, der mit drei Geschwistern in Gengenbach aufgewachsen ist, hat nach seiner Ausbildung zum Anlagenmechaniker in Elgersweier mehrere Jahre für ein Unternehmen in Hornberg gearbeitet. „Da waren wir auch für die Wasserversorgung zuständig. Das Arbeitsgebiet fand ich spannend.“ Daher dann der Wechsel in die Hansjakobstadt. Dort soll er zudem dazu beitragen, die Ausbildung zu stärken: „Die lange Suche nach einem Wassermeister hat uns gezeigt, dass wir hier mehr investieren müssen.“ Ab 2019 spätestens soll unter anderem eine Fachkraft für Wasserversorgung ausgebildet werden.

Die Ausbildereignungsprüfung und die Prüfung zur „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten in der Wasserversorgung“ hat Benjamin Armbruster erfolgreich hinter sich gebracht. Ab September steht für den 27-Jährigen der letzte Abschnitt an: Im bayerischen Rosenheim wird er bis Januar in Theorie und Praxis unterrichtet, um dann die Prüfung anzugehen.

Selbst mit dem Meistertitel in der Tasche wird Benjamin Armbruster noch viel zu lernen haben. Doch er hat einen erfahrenen Lehrmeister bei den Stadtwerken. Ralf Rösch: „Josef Schweiß ist seit mehr als 40 Jahren Wassermeister bei uns. Es gibt in Haslach wahrscheinlich keine Wasserleitung, die er nicht kennt. Daher ist es gut, dass wir eine lange Übergabephase haben, in der beide zusammenarbeiten.“ So gebe es bis zum Spätsommer genügend Zeit, in welcher der Jüngere von den Erfahrungen und Kenntnissen des Älteren profitieren kann. Doch selbst nach der Pensionierung kann sich Benjamin Armbruster auf langjährige Erfahrung im Team verlassen, „schließlich ist Richard Ramsteiner ja auch noch da“, sagt er.

Vorbereitung ist alles

thomas_meyerUm kurz vor 6 Uhr schaltet Roland Meyer an diesem Morgen das Licht im Aufenthaltsraum ein. Für den 48 Jahre alten Bademeister Routine, wenn er Frühschicht hat. Denn vor dem ersten Ansturm müssen etliche Vorbereitungen getroffen sein, damit die Gäste einen angenehmen Tag im Haslacher Freibad verbringen können.

Die erste Aufgabe hat er auf dem Weg zum Aufenthaltsraum hinter dem Kassenbereich schon erledigt: Wenn er durch die kleine Tür zur Bundesstraße eintritt und nach vorn läuft, wirft er kritische Blicke über das Areal. „Es kann immer mal sein, dass wir nachts ungebetene Gäste hatten oder durch einen nächtlichen Sturm etwas aufs Gelände geflogen ist.“ Ist alles in Ordnung, startet die Routine. Sie beginnt mit einer Sichtkontrolle aller Räume. Sind genügend Toilettenrollen vorhanden, ist die Seife aufgefüllt? Im selben Arbeitsschritt werden Wärmehalle und Sammelumkleide aufgeschlossen.

Als nächstes schließt Meyer die Tür hinter dem Kiosk für die Frühschwimmer auf. „Manchmal warten sie schon“, sagt er. Aber heute nieselt es, und alles ist ruhig. Keine fünf Minuten später, noch bevor er die Becken mit Rutsche und Sprungturm erreicht, um die Sperrschilder abzuschrauben, hallt jedoch ein „guten Morgen“ übers Areal. Zwei Frühschwimmerinnen sind die ersten. Meyer winkt grüßend zurück. Dann kontrolliert er die Durchschreitebecken. „Da sammelt sich über Nacht oft Laub oder kleine Äste.“ Ist es zu viel, holt er es raus.

Der gebürtige Rastatter, der mit seiner Familie in Ettenheim lebt, ist ein Quereinsteiger. Vor der Prüfung zum Fachangestellten Bäderbetrieb hat er sowohl als Schreiner und als Medizinisch-Technischer Angestellter gearbeitet. Nebenbei hat er als Rettungsschwimmer mehrere Jahre in verschiedenen Schwimmbädern ausgeholfen, erzählt er. „Das hat mir gefallen.“ Seit drei Jahren ist er nun in Haslach und profitiert von beiden Ausbildungen. „Wir machen hier viel selbst“, sagt er mit Freude in der Stimme über sich und Schwimmbadchef Thomas Maier.

 

Tägliche Untersuchung des Freibadwassers

Für die nächste und zeitaufwändigste Aufgabe, sofern nichts Unvorhergesehenes zu erledigen ist, steigt der 48-Jährige in den Keller des Filtergebäudes. Jeden Tag müssen die Bademeister Wasserproben aus allen fünf Becken – Schwimmer-, Nichtschwimmer-, Rutsch- und Sprungbecken sowie Kinderbecken – ziehen und je zweimal chemisch untersuchen. „Zum einen bestimmen wir den Chlorgehalt jeder Probe, um die Verschmutzung zu erfahren und um eventuell gegensteuern zu können, zum anderen den pH-Wert.“ Alle zehn Werte werden dokumentiert. Zudem sind im Filtergebäude, wo das Wasser der Becken gefiltert und aufbereitet wird, diverse Zählerstände für Wasser und Gas abzulesen. Hinter einer separaten Tür sind die Chlorgasflaschen, die ebenfalls täglich zu kontrollieren sind.

Während die chemische Prüfung oder auch das Aktivieren des Springbrunnens im Kinderbereich Handarbeit ist, sind viele andere Aufgaben mit einem Knopfdruck zu bewältigen. So muss heute einer der großen Filter routinemäßig gespült werden. „Mit der Zeit setzt sich so ein Filter zu, und dann kehren wir den Wasserlauf kurz um. Damit wird das Sieb wieder frei und arbeitet anschließend normal weiter“. Was früher mit zwei Armen und viel Kraftaufwand bewältigt wurde, ist heute lediglich ein Knopfdruck. Wenig später faucht der Kompressor, der das Wasser kurzzeitig in die andere Richtung drückt. „Das läuft“, sagt Meyer. Nach einer knappen halben Stunde lässt er die Tür ins Schloss fallen. Im Schwimmerbecken herrscht mittlerweile nahezu Hochbetrieb. Mehr als 20 Schwimmer ziehen im Nieselregen ihre Runden.

Mit seiner grünen Kladde, in die er alle Werte eingetragen hat, geht Meyer zum Aufenthaltsraum. Die Werte müssen ins Betriebstagebuch übertragen werden, außerdem ist nach zwei Stunden Zeit für eine kleine Pause. Aber nur kurz: Denn natürlich hat der 48-Jährige beim Rundgang zwei, drei Kleinigkeiten entdeckt, die er angehen will, bevor seine Hauptaufgabe ansteht: für die Sicherheit der Badegäste zu sorgen. „Dann gilt meine volle Aufmerksamkeit den Besuchern, andere Tätigkeiten sind da nicht möglich.“

Sicherheit im Kanal

Die Sicherheit des Gewerbekanals, der unter anderem zwei Wasserkraftwerke der Stadtwerke speist, stand im Mittelpunkt aktueller Bauarbeiten. Zwischen dem Zufluss von der Kinzig und dem ersten Wasserkraftwerk mussten die Böschung gesichert und der Kanal als solcher wieder in Schuss gebracht werden, berichtet Ralf Rösch, technischer Werkleiter der Stadtwerke. Geplant war diese Maßnahme für den Herbst dieses Jahres, doch sie wurde nun vorgezogen.

Rund 20.000 Euro investieren die Stadtwerke in die Zukunft der Wasserkraft und die Sicherheit des Kanals. „Wir hätten das auch im September machen können, haben uns aber entschieden, jetzt schon damit zu beginnen.“ Daher wurde Anfang Juli der Kanal abgeschlagen und der Fischbestand sorgfältig umgesetzt. „Sie wurden von Fachleuten des Angelsportvereins Lahr gefangen und kamen dann in die Kinzig“, berichtet Rösch. Mit einher ging natürlich auch eine Begutachtung des Fischbestands, der viel über die Gewässergüte aussagt. „Die Auswertung erhalten wir noch, aber eine große Überraschung gab es diesmal!“ Ein 80 Zentimeter langer Wels ging den Fachleuten ins Netz. Anfang der Woche wurde der Kanal wieder geflutet. Rösch: „Mal sehen, welche Fische beim nächsten Mal dort zu finden sein werden.“

Ein Grund für das Vorziehen dieser Maßnahme war die Verlegung einer anderen: „Die für diesen Sommer geplante Modernisierung des Hänsler-Wehres bei Steinach wird voraussichtlich erst 2018 realisiert werden“, erläutert Rösch. Da dieses Vorhaben in ein Projekt von Regierungspräsidium und Landkreis eingebunden ist, sei man abhängig von deren Planungen – und noch seien die Pläne nicht komplett. „Wir können nicht loslegen, bevor es unsere Partner getan haben. Aber wir sind bereit und können loslegen, wenn sie es auch getan haben.“

 

 
 

Das Wetter entscheidet

Die Planung steht: Am Samstag, 13. Mai, startet das Freibad Haslach in die Saison. Doch ganz in Stein gemeißelt ist dieses Datum dann doch nicht, sagt Hans-Peter Falk. Der Technische Werkleiter der Stadtwerke Haslach nennt den einen Faktor, der Auswirkungen auf die Öffnung hat: „Das Wetter!“ Sollte es richtig schön und warm werden, sei eine Eröffnung schon am Freitag, 12 Mai, möglich.

Die Vorbereitungen – und das ist im Prinzip die wichtigste Voraussetzung für die Öffnung – sind bis zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen, bekräftigt Falk. „Die sogenannte Auswinterung hat im März begonnen.“ Dazu zählten eine Grob- und Grundreinigung, nachdem das Wasser komplett abgelassen wurde, das Prüfen der Fliesen und Dichtungen sowie natürlich alle allgemeinen Reparaturen und Wartungsarbeiten, die notwendig für ein unbeschwertes Badevergnügen sind. So wurden unter anderem alle Fliesen per Hand abgeklopft, um sie auf Unversehrtheit zu kontrollieren. „Wenn so eine Fliese aufgrund von Frostschäden springt, dann entstehen scharfe Kanten. Um dieses Verletzungsrisiko zu minimieren, werden sie sofort ausgetauscht.“ Die Kosten dafür bewegen sich jährlich im hohen vier- oder niedrigen fünfstelligen Bereich. „In diesem Jahr wird es wohl auf rund 10.000 Euro hinauslaufen“, rechnet Falk vor. 

Wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind, stellt Schwimmmeister Thomas Maier den Wasserhahn für die Becken an. Erst wird das Schwimmerbecken befüllt, dann folgen Nichtschwimmer-, Rutsch- und Springerbecken. „Insgesamt kommen wir auf ein Volumen von 2338 Kubikmetern, von denen das Schwimmerbecken mit rund 1000 Kubikmetern den größten Anteil besitzt.“ Das Befüllen aller Becken dauert zusammen gut zehn oder elf Tage. Begonnen wurde damit bereits. „In dieser Woche müsste das abgeschlossen sein“, berichtet Falk nach Rücksprache mit Maier.

Zu den Höhepunkten der kommenden Saison gerechnet werden dürfen das Promenadenkonzert am Freitag, 21. Juli, die Schwimmnacht der DLRG sowie das Angebot im Sommerspaßprogramm „Übernachten im Freibad“. Zudem wird die Gastronomie stärker im Mittelpunkt stehen. „Dort gibt es jetzt mehr Lagerfläche gerade für frische Lebensmittel“, berichtet Falk über den Bau einer kleinen Halle auf der Rückseite des Kiosks. Ein bisschen mehr Platz gibt es zudem auf der Liegewiese, weil zwei Bäume aus Gründen der Sicherheit gefällt werden mussten.

Der Vorverkauf der Saisonkarten – die Preise sind unverändert – ist an zwei Termin im Freibad möglich: Am Samstag, 6. Mai, von 10 bis 14 Uhr und am Dienstag, 9. Mai, von 9 bis 11.30 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr ist die Kasse geöffnet.